Frauenbundesliga: Damen des SK Schwäbisch Hall unter Zugzwang

(Thomas Marschner)

3 Wochen nach der ersten Doppelrunde findet am kommenden Wochenende die zweite Doppelrunde in der Schach-Frauenbundesliga statt, bevor es in die Weihnachtspause bis zum 12. Januar geht. Für die Haller Damen geht es erstmals in der Frauenbundesliga nach München, dort trifft man auf die Rodewischer Schachmiezen und den gastgebenden Aufsteiger FC Bayern München. Nach der Niederlage gegen Hamburg sind zwei Siege Pflicht, um die Chancen auf die Meisterschaft aufrecht zu erhalten.

Kateryna Lagno

Dieses Mal ist eine deutlich stärker aufgestellte Mannschaft des SK Schwäbisch Hall zu erwarten. Aufgrund der parallel stattfindenden Weltmeisterschaften der Frauen und der Männer in Khanty.Mansiysk bzw. London finden parallel nur wenig größere Turniere statt. Bei der Frauen-WM, die letztmalig im KO-System ausgetragen wird, sind fast alle Haller Spielerinnen bereits ausgeschieden und stehen damit für die Bundesliga zur Verfügung. Sehr erfolgreich spielt dort nur Neuzugang Kateryna Lagno, sie erreichte das Halbfinale und hat damit jetzt schon die Qualifikation zum Kandidatenturnier, das ab dem nächsten WM-Zyklus die Weltmeisterschaft im KO-System ersetzt, sicher. Aber vielleicht geht ja noch mehr gegen zugegebenermaßen illustre Konkurrenz, und Schwäbisch Hall hat bald eine Weltmeisterin in seinen Reihen.

Anastasia Bodnaruk

Der Hauptfokus am Wochenende liegt auf dem Spiel gegen Rodewisch am Samstagnachmittag. Die Schachmiezen, DDR-Studentenmannschaftsmeister von 1981 und 1982, sind seit 1993 ununterbrochen in der Frauenbundesliga dabei und mehr oder weniger immer unter den ersten 5 Mannschaften zu finden. Rodewisch fällt unter die Kategorie „unbequemer Gegner“, die meisten Spielerinnen der ebenfalls sehr internationalen Truppe kommen aus dem benachbarten Tschechien. Die bisherigen Spiele waren alle knapp und hart umkämpft, auch wenn die letzten beiden Begegnungen jeweils 4-2 gewonnen werden konnten. Gerade die Rodewischer Spitzenspielerin Anasatasia Bodnaruk hat gute Erinnerungen an Schwäbisch Hall: sie hat bisher alle 4 Partien gegen Schwäbisch Hall gewonnen.

Der FC Bayern München dagegen hat zwar einen großen Namen, geht aber im Schach ausschließlich mit Amateurspielerinnen an den Start. Der Klassenerhalt wäre für den Aufsteiger aus der zweiten Liga schon ein großer Erfolg. Die Aussichten darauf haben aber schon in der zweiten Runde einen Dämpfer bekommen, als es gegen Mitaufsteiger Berlin-Pankov eine klare 1,5-4,5 Pleite setzte. Daher wäre am Sonntag alles außer einem klaren Schwäbisch Haller Sieg eine Sensation. An das letzte Aufeinandertreffen mit den Bayern hat man gute Erinnerungen: 2017 waren die Münchner die letzte Hürde auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft und wurden klar mit 6-0 geschlagen.

Nino Batsiashvili beim letzten Aufeinandertreffen mit den Bayern

Gespielt wird in der Bayern LB Sportarena, Osterwaldstraße 76, München. Unten die Ansetzungen in München, hier alle Paarungen. Einen weiteren Vorbericht gibt es beim Schach-Ticker.

Samstag, 14:00:
Rodewischer Schachmiezen – SK Schwäbisch Hall
FC Bayern München – SF Deizisau

Sonntag, 9:00
SK Schwäbisch Hall – FC Bayern München
SF Deizisau – Rodewischer Schachmiezen

Aus München wird es wohl keine Liveübertragung der Partien geben, aber aus Hamburg, wo am Sonntag im Spitzenspiel Hamburg und Bad Königshofen gegeneinander spielen. Hier die Links:

Samstag: https://hsk1830.de/pages/uebertragung/fbl/2018_2019/Runde3/tfd.htm
Sonntag: https://hsk1830.de/pages/uebertragung/fbl/2018_2019/Runde4/tfd.htm

Posted in Frauenbundesliga.